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Veranstaltung

Gespräch mit Prof. Hörisch über Wirtschaftspolitik, Macht & mein neues Buch

Im Gespräch mit Prof. Dr. Jochen Hörisch stelllte ich vor einer Vielzahl von interessierten Alumni und Studierenden mein neues Buch vor. Themen wie Machtverhältnisse in der deutschen Politik, Abhängigkeiten von der Wirtschaft  und Finanzkrisen waren Kern des Gesprächs und der anschließenden Podiumsdiskussion, die von ABSOLVENTUM ausgerichtet wurde.

Prof. Dr. Jochen Hörisch, ABSOLVENTUM-Vizepräsident und Germanistik-Professor, benennt das Problem der Intransparenz und fragte im Gespräch genauer nach: „Durch aktuelle Vorfälle wie dem Steuerhinterziehungsprozess um Uli Hoeneß wandeln sich psychische, soziale und mediale Rahmenbedingung für Wirtschaftspolitik in der Gesellschaft. Wie kann der Staat da seine enge symbiotische Verknüpfung mit großen Unternehmen vor den Bürgern noch rechtfertigen?“ Ich finde, das kann er nicht. Politiker, Regierung und Journalisten müssen zusammenarbeiten um das Thema aufzubereiten und dagegen anzugehen. Nur so kann in der Öffentlichkeit ein produktiver Diskurs entstehen.

In einem fiktiven Szenario bat mich Jochen Hörisch darum, mir vorzustellen ich sei eine Art „Superminister“, der für mehr als zwei Legislaturperioden die absolute Mehrheit in Bundestag und Bundesrat hätte. Zunächst würde ich Alles daran setzen, Politik wieder bürgernah zu machen. Das ist, was uns in Deutschland fehlt. Auch das Gesetzgebungsverfahren solle transparenter gestaltet werden. Der „Fußabdruck“, den die Lobby bei der Gesetzgebung hinterlässt, muss für Bürger immer klar erkennbar sein. Die Steuerverwaltung in Deutschland müsste neu aufgestellt werden. Darüber hinaus sollte es ein unabhängiges europäisches Kartellamt geben, das mit starken Kompetenzen ausgestattet ist und Unternehmen souverän entgegentreten kann. In jedem Fall läge die Verantwortung letztendlich immer beim Staat und dem Selbstverständnis seiner Pflichten: Unsere Freiheiten müssen aktiv durch den Staat geschützt werden, sonst sind wir nicht frei. Dasselbe ist es mit dem Markt.

In der Podiumsdiskussion griff eine anwesende Studentin diesen Gedanken auf und fragte nach den Mitteln, die sie selbst als Bürgerin nutzen könne um die Situation zu ändern. Für mich ist klar: Partizipation ist immer wichtig. Ob man auf eine Demo geht oder einen Brief schreibt, der Gedanke dabei muss immer der sein: Das Thema geht uns alle an und um etwas in Deutschland und Europa zu bewegen müssen wir zusammenarbeiten! Im Anschluss fand im Foyer des PWC-Hörsaals ein Empfang statt, bei dem die Gäste in entspannter Runde mit mir und Jochen Hörisch weiter diskutieren konnten.