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Beschluss

Transparenz und Unabhängigkeit – Die Wirtschaftprüfung reformieren

Ein fairer, transparenter und effizienter Finanzmarkt braucht kompetente und unabhängige Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer. Gute Wirtschaftsprüfung ist ein Garant für verlässliche Informationen, ohne die der Markt nicht funktionieren kann. Je besser die Informationen, desto besser der Markt. Zum Reformbedarf hier unser Fraktionsbeschluss.

Wirtschaftsprüfung wurde nicht umsonst im Zuge der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre geschaffen. Die rigorose, unabhängige Prüfung von Bilanzen sollte eine Antwort auf die Flut der damaligen Bilanzfälschungen geben und fortan die Korruption des Marktes durch falsche Informationen verhindern helfen. Seitdem haben sich Märkte und Wirtschaft verändert und die Anforderungen und Herausforderungen der Wirtschaftsprüfung sind gewachsen. In der Folge der schockierenden Bilanzfälschungen des amerikanischen Energiekonzerns Enron im Jahr 2001 reagierte neben den USA auch Deutschland mit einer Reihe von Maßnahmen zur Reform des Wirtschaftsprüferwesens. So wurde mit der Gründung der Abschlussprüferaufsichtskommission (APAK) als neue Fachaufsicht und der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) im Jahr 2005 unter anderem die Aufsicht des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer neu geordnet.

Trotzdem haben es die verantwortlichen Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer in den Jahren vor der Finanzkrise weitestgehend versäumt, auf die inner- und vor allem außerhalb der Bilanzen von Banken und anderen Finanzinstitutionen versteckten Risiken rechtzeitig hinzuweisen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat viele bereits bekannte Kritikpunkte an Regeln und Praxis der Wirtschaftsprüfung bestätigt und weitere Schwachstellen, insbesondere im Finanzsektor, verdeutlicht. Die Rolle, die Wirtschaftsprüfung in der Entstehung der Krise hatte, wurde – anders als bei Banken und Ratingagenturen – aber in Deutschland bisher kaum hinterfragt.